Tipps zur Stallsuche
Monika Eggers 2008

Tipps zur Stallsuche, von Monika Eggers

Jeder Mensch, der Pferde oder Ponys hat, kommt mal in die Situation, einen passenden Stall für sich und seinen Vierbeiner zu finden. Sei es, dass der Mensch umzieht und das Pferd natürlich in der Nähe bleiben soll, oder es ist das erste Pferd, oder die Lebenssituation von Mensch oder Tier ändert sich so, dass das alte Zuhause nicht mehr passt.
Nach langer, zum Teil leidvoller Erfahrung mit PrivatpferdebesitzerInnen und StallbetreiberInnen möchte ich Ihnen für die Suche nach dem richtigen Stall ein paar Tipps mitgeben.

Bevor sie mit der Suche beginnen, sollten Sie sich in Ruhe ein paar Dinge überlegen, wobei immer bedacht sein sollte, dass eine sorgfältige Planung Ihnen und Ihrem Pferd den einen oder anderen Umzug ersparen kann. Ein Umzug ist grundsätzlich Stress für das Pferd. Es verliert mit einem Schlag seine gewohnte Umgebung, die damit verbundene Routine (=Sicherheit), alle Sozialkontakte, sowohl zu anderen Menschen, als auch - und das ist viel wichtiger! - zu anderen Pferden. Wahrscheinlich kommt dazu eine massive Futterumstellung, und, und, und.

Deshalb möchte ich Sie bitten, sich für die Vorüberlegungen Zeit zu nehmen.
Einen Teil davon, sollten Sie, wie gesagt, anstellen, bevor Sie die ersten Ställe besichtigen:
 
- Was darf der neue Stall kosten? Suchen Sie sich keinen Stall, der Ihren finanziellen Rahmen aufs Äußerste belastet. Ein bisschen "Luft" ist immer wichtig. Achten Sie bei Preisangaben darauf, was im Preis enthalten ist. Es gibt Ställe, wo auch das rein und raus bringen der Pferde extra abgerechnet wird.

- Welche Haltungsform wollen Sie für Ihr Pferd? Die artgerechtesten Haltungsformen sind Offenstall oder Laufstall. Das heißt aber nicht, dass diese Haltungsformen für Ihr Pferd die richtigen sind. Für ein gesundes Pferd ist diese Form zu bevorzugen. Ist Ihr Pferd schon älter, kann es hier u. U. grossem Stress ausgesetzt sein. Das hängt aber natürlich auch davon ab, wie gut der entsprechende Stall geführt wird. Hierzu später mehr.
Ausschließliche Boxenhaltung ist natürlich überhaupt nicht artgerecht! Wenn Sie also, aus welchen Gründen auch immer, einen Stall vorziehen, wo Ihrem Pferd eine Box zur Verfügung steht, dann achten Sie darauf, dass das Pferd nicht zu viel Zeit in der Box verbringen muß. Praktikabel ist, das Pferd nur im Winter und dann auch nur nachts in der Box zu halten. Hierbei ist auf jeden Fall zu klären, wann die Pferde raus und wieder rein kommen. Ich habe schon Ställe erlebt, wo die Pferde erst gegen 13.00 Uhr raus kamen, aber schon um 16.00 Uhr wieder drinnen waren. Das heißt, die Pferde stehen dann
21 Stunden in der Box. Das ist keine artgerechte Haltung und rächt sich über kurz oder lang, weil Pferde in der Box sich natürlich nicht so bewegen können, wie die Natur es vorgesehen hat. Die natürliche Fortbewegungsrichtung ist vorwärts und geradeaus. In der Box kann das Pferd sich meist nur auf einem Fleck drehen. Die  Folge: Gelenküberlastungen, also langfristig Arthrose.
Grundsätzlich ist die Größe von Box oder Offenstall wichtig. Eine Box sollte mindestens die Grundfläche: (Widerristhöhe x 2) x (Widerristhöhe x 2) sein.
Das heißt für ein Pferd mit dem Stockmass von 1,50m ist eine 3 x 3m große Box gerade groß genug. Grösser ist natürlich besser:-)

- Welche Ausstattung brauchen Sie in Ihrem zukünftigen Stall? Ist eine Halle vorhanden, ist natürlich der Preis höher. Überlegen Sie also ehrlich, ob Sie die wirklich brauchen. Wenn eine Halle vorhanden ist, die aber ständig belegt ist, macht es nicht viel Sinn, dafür extra zu zahlen. Außer natürlich, es macht Ihnen nichts aus, sich mit vielen anderen Reitern die Halle zu teilen. In so einem Fall ist natürlich wichtig, sich die anderen Reiter vorher mal anzuschauen. Wenn alle Rücksicht aufeinander nehmen und sich an Bahnregeln halten, kann man sicher gut zurecht kommen. Wenn eine Halle vorhanden ist, sind aber auch trotzdem Ausweichmöglichkeiten wichtig.
Gibt es zusätzlich einen Reitplatz? Einen Round Pen? Sehen Sie sich das Reitgelände an, wenn Sie ausreiten wollen. Sind Strassen zu überqueren?
Versuchen Sie sich und Ihr Pferd realistisch einzuschätzen. Wenn Ihr Pferd Probleme mit grossen Strassen hat, Sie aber immer welche überqueren müssen oder sogar an Hauptstrassen entlang reiten müssen, um ins Gelände zu kommen, werden Sie möglicherweise das schöne Gelände nicht nutzen können. Natürlich kann so was eine gute Übung sein, aber ob man in 3 Jahren auch noch Spaß daran hat??? Der andere Aspekt, wenn Sie erst gewisse Wege überwinden müssen, um das Reitgelände zu erreichen, ist natürlich die Zeit. Wenn Sie 15 Minuten bis zum nächsten Reitweg brauchen, aber meist nicht mehr, als eine Stunde ausreiten können, bleiben Ihnen nur 30 Minuten die Sie tatsächlich im Gelände verbringen. Wird Ihnen das auf Dauer reichen?






Die sonstige Ausstattung ist natürlich auch wichtig: brauchen Sie einen Raum, in dem Sie mit Anderen zusammen sitzen können? Gibt es vernünftige Anbindeplätze?  Wieviele Anbindeplätze gibt es und wie viele Pferde stehen in dem Stall? Brauchen Sie einen Waschplatz? Gibt es eine ordentliche Sattelkammer, in der Sie genug Platz haben?

- Eine weitere wichtige Überlegung: wie groß soll der Stall sein, also wie viele andere Pferde soll es dort geben. Pensionsställe gibt es in allen Varianten. Sie werden Pensionsställe finden, wo Ihr Pferd das einzige Privatpferd ist und solche, wo über 100 Privatpferde stehen.
Beide Varianten haben natürlich Vor - und Nachteile. In großen Ställen gibt es sehr oft sehr viele Wechsel, weil die Wahrscheinlichkeit, dass jemand geht, einfach größer ist. Jeder Wechsel ist Stress für die Pferde, weil die Herdenzusammensetzung sich ändert. In solchen Ställen sind Rangordnungskämpfe unter den Pferden an der Tagesordnung. Das ist nicht nur anstrengend für Ihr Pferd, sondern natürlich auch mit einer größeren Verletzungsgefahr verbunden. Auch die Gefahr von eingeschleppten Infektionskrankheiten ist hier natürlich größer, als in einem Stall, in dem es wenig Wechsel gibt.
In einem Stall mit vielen Einstellern, haben Sie natürlich immer jemanden zum Reden, es gibt dann aber auch Cliquenbildungen und Geläster.
Bei wenigen Einstellern haben Sie mehr Ruhe, mit Ihrem Pferd zu arbeiten, aber natürlich weniger Sozialkontakte.
Seien Sie bitte ehrlich, sich selbst gegenüber! Ist die Arbeit und das Zusammensein mit dem Pferd der Grund, warum Sie ein Pferd haben? Oder geht es doch auch viel um die anderen Leute?
Zu klein sollte der neue Stall aber auch nicht sein. Wenn Sie einen Stall finden, wo 2 Pferde stehen und Ihres das Dritte sein soll, ist davon abzuraten. Pferde tun sich häufig in Zweiergruppen zusammen. Ihr Pferd wird hier das fünfte Rad am Wagen sein. Sind mehr als 6 Pferde da, ist es nicht mehr so auffällig, ob es eine gerade oder ungerade Anzahl Pferde sind.
Darunter kann die "falsche" Anzahl sehr belastend für Ihr Pferd sein.

ZUM THEMA PFERDEFREUNDSCHAFTEN:  Pferde sind soziale Wesen. Das heißt, die Interaktion mit Artgenossen ist extrem wichtig. Pferde schließen Freundschaften, die über Jahre halten können. Wenn solche Freundschaften auseinander gerissen werden (warum auch immer), leiden beide Seiten sehr!
Befreundete Pferde fressen, spielen und schlafen gemeinsam und betreiben natürlich Fellpflege. Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man solche Freundschaften bestehen lassen! Manche Wallache hängen sich sehr an eine Stute. So einen Wallach aus einer gemischten Herde zu nehmen und in eine reine Wallachgruppe zu stellen, sollte man nach Möglichkeit vermeiden. In großen Betrieben gibt es häufig getrennte Stuten und Wallachgruppen. Das hat den Vorteil, dass einzelne Wallache sich nicht gegenseitig bekämpfen. Manche Wallache decken auch nach der Kastration weiter. Das kann natürlich zu Verletzungen führen, die in getrennten Gruppen nicht vorkommen.
Ich selbst halte meine Ponys in einer gemischten Herde, weil es doch immer viele geschlechterübergreifende Freundschaften gibt. Außerdem sind die rossigen Stuten doch sehr an den Wallachen interessiert:-) Befreundete Pferde erkennen sich auch nach Jahren der Trennung wieder!
Ebenso, wie sie natürlich ihren Menschen erkennen. Auch Schulpferde sind übrigens natürlich in der Lage, die Menschen auseinander zu halten.
Zumindest, wenn sie nicht gesattelt und getrenst an den nächsten weiter gereicht werden...

Wenn Sie sich die vorangegangenen Punkte nun also ernsthaft und ehrlich überlegt haben, kann die Stallsuche ja langsam los gehen.
Freie Plätze finden Sie im Internet, über Aushängezettel oder in Zeitungsanzeigen. Sie können auch einfach die Umgebung abfahren, in der Sie suchen und überall fragen, wo es Ihnen eventuell gefallen könnte.

Wichtig bei jedem Stall ist der/die StallbetreiberIn. Wenn dieser Mensch Ihnen von vornherein umsympathisch ist, suchen Sie lieber weiter!
Wenn ein wenig Sympathie vorhanden ist, ist die nächste Frage, die geklärt werden muß, das Stallmanegment. Hat der/die StallbetreiberIn keine Zeit für Sie und Ihre Fragen, vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin. Wenn dann auch keine Zeit für Sie ist, suchen Sie weiter. Hier sind Sie nicht richtig.

Wenn Zeit ist, kann es weiter gehen. Was für einen ersten Eindruck haben Sie von dem Stall? Wenn andere Einsteller da sind, wie ist die Stimmung? Gehen die Leute nett miteinander und mit den Pferden um? Oder herrscht ein aggressiver Grundton?

Sehen Sie sich den Stall an. Wie groß sind die Boxen? Haben die Pferde die Möglichkeit, zu ihrem jeweiligen Nachbarn Kontakt zu haben? Oder stehen die Pferde in geschlossenen Gitterboxen? Das ist nicht artgerecht, auch wenn die Boxen hübsch aussehen. Es darf nicht allein um die Optik gehen, wichtiger ist, dass alles zweckmäßig und artgerecht ist. Die üblichen Gitterboxen mit Holztür haben den Nachteil, dass kein Kontakt der Pferde untereinander möglich ist. Außerdem sind die Boxen dadurch kleiner, weil das Pferd ja nicht den Kopf über die Wand nehmen kann. Ein weiterer Nachteil ist die schlechte Belüftung im Bodenbereich, was Ammoniakdämpfe begünstigt.

Auch fest installierte Futtertröge sind nicht sehr vorteilhaft. Die natürliche Fresshaltung fürs Pferd ist das Fressen vom Boden. Alles Andere schädigt langfristig Skelett und Muskulatur. Auch die Reinigung von fest angebauten Trögen ist nicht wirklich gut möglich. Das heißt, es bleiben leicht Futterreste im Trog, was natürlich unhygienisch und ungesund ist.
Hohe Heuraufen haben den zusätzlichen Nachteil, dass der Heustaub in Augen und Atemwege rieselt...

Wenn Selbsttränken vorhanden sind, dürfen sie keine gefährlichen Winkel in der Ecke bilden, in denen das Pferd beim Wälzen mit dem Huf hängen bleiben kann. Wird aus Eimern getränkt, achten Sie darauf, ob das Wasser regelmäßig erneuert wird, also immer sauberes Wasser zur Verfügung steht und die Eimer regelmäßig gereinigt werden.
Nach meiner Erfahrung trinken viele Pferde lieber aus Eimern. Der Vorteil ist unter Anderem, dass man sehen kann, wie viel die Pferde trinken. Nur mit dieser Kontrollmöglichkeit kann ein verändertes Verhalten beim Trinken auffallen.

Achten Sie auch darauf, ob unter der Tür eine Lücke ist, wo der Huf hängen bleiben kann. Das darf natürlich nicht sein.
Alle Stangen- und sonstige abstände sollten größer als 30cm, oder kleiner als 5cm sein.
Auch senkrechte Fressgitter können gefährlich sein. Es kommt immer wieder vor, dass Pferde sich darin den Hals brechen.

Wenn Sie einen Stall besichtigen, wo die Pferde im Winter nachts rein kommen und es sind Pferde in den Boxen, während Sie den Stall ansehen, fragen Sie, warum die Pferde drin sind. Sehen Sie sich Ihren zukünftigen Stall nicht im Dunkeln an!
Sehen Sie sich auch Heu und Stroh an. Ist die Qualität in Ordnung? Ist das Kraftfutter im Preis enthalten, sehen Sie sich das auch an. Beachten Sie beim Futter bitte auch die Lagerung. Sämtliches Futter muß sauber und trocken gelagert werden.

Wie viele Anbindeplätze gibt es und wie sehen die aus? Wenn dort 20 Pferde stehen, es gibt aber nur 2 Anbindeplätze, ist Ärger vorprogrammiert. Welches Material wurde für die Anbinder verwendet? Alte Eisenbahnschwellen z. B., sind vollkommen ungeeignet, weil sie gesundheitsgefährdend sind. Nicht nur für Sie, auch für Ihr Pferd.

Sehen Sie sich Paddocks und Weiden an. Wie sehen die Zäune aus? Stacheldraht ist tierschutzwidrig. Stromzäune allein sind relativ unsicher. Dicke Kordellitze oder sehr breite Litze ist gefährlich, weil sie nicht reißt. Das heißt, wenn das Pferd drin hängen bleibt, gibt das Bein nach... Am besten sind feste Zäune aus Holz oder Kunststoff (Recyclingmaterial oder
Förderbänder) und zusätzlich eine gut stromführende Litze. Glatter Draht leitet zwar hervorragend, aber auch der reißt nicht, wenn das Pferd drin hängen bleibt.

Haben die Pferde auf allen Weiden und Paddocks einen Witterungsschutz? Gibt es Schleusen an den Eingängen?
Ja und wie sehen Weiden und Paddocks aus. Wenn Sie sich ihren zukünftigen Stall während einer nassen Wetterperiode im Winter ansehen, können Sie selbst sehen, wie matschig es wird. Daß es an den Eingängen und beim Wasser matschig ist, lässt sich oft kaum vermeiden. Wichtig ist dann aber, dass im übrigen Bereich, der natürlich auch groß genug sein muß, dass die Pferde sich bewegen mögen, genug trockene Stellen sind. Auf keinen Fall sollten die Pferde bis zum Sprunggelenk im Schlamm stehen müssen!
Auch der Winterpaddock muß vernünftig eingezäunt und groß genug sein, damit die Pferde sich aus dem Weg gehen können und die Möglichkeit haben, zu spielen. Ein Paddock von der Größe eines normalen Reitplatzes ist nicht ausreichend.

Wie sieht es mit der Wasserversorgung auf Weide und Paddock aus? Gibt es hier auch Selbsttränken? Oder stehen hier Wannen oder ein Wasserwagen? Gibt es Wannen, sehen Sie nach, wie das Wasser aussieht. Auch hier muß ständig frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Der nächste Punkt ist die Fütterung. Wenn die Pferde im Winter morgens raus und abends rein kommen, müssen sie natürlich draußen auch gefüttert werden.
Am besten morgens und mittags. Eine Fresspause sollte nicht länger dauern, als 4 Stunden. Das heißt nun nicht, dass alle 4 Stunden gefüttert werden muß, aber Rauhfutter sollte so reichlich gefüttert werden, dass keine längern Fresspausen entstehen. Rauhfutter ist ohnehin viel wichtiger, als Kraftfutter. Dabei muß das Rauhfutter von guter Qualität sein. Ein Pferd braucht pro 100kg Körpergewicht etwa 1 kg Heu.
Bei der Fütterung ist auch wichtig, dass es genügend Fressplätze gibt. 1 Fressplatz mag für 2 bis 4 Pferde, die sich gut verstehen, noch gehen, aber das reicht natürlich nicht für 10 Pferde. Grundsätzlich sollte immer 1 Fressplatz mehr da sein, als es Pferde gibt, damit auch die rangniedrigen Pferde eine Chance haben, satt zu werden.

Wenn Sie einen Offenstall suchen, ist die Fütterungstechnik besonders wichtig. Offenställe werden leider immer noch selten von gewerblichen StallbetreiberInnen geführt. Leider, weil diese Haltungsform den natürlichen Bedürfnissen der Pferde sehr viel mehr entspricht, als die Haltung in der Box.
Sie werden also mehr private Haltergemeinschaften finden. Ob der einzelne Offenstall dann gut oder schlecht ist, hängt sehr von der Sachkunde der einzelnen Menschen ab.
Das heißt nicht, dass jeder Mensch, der gewerblich Pferde hält, automatisch auch über große Sachkenntnis verfügt!! Leider gibt es noch immer Landwirte, die meinen, ein Pferd ist eine Kuh ohne Hörner...
Auch im Offenstall ist natürlich wichtig, dass alle Pferde auch bei schlechtem Wetter die Möglichkeit haben, geschützt und trocken zu liegen. Ob der Schutz nun der Offenstall ist, oder ein natürlicher Schutz aus Bäumen und Büschen, ist egal. Da Pferde Steppenbewohner und keine Höhlentiere sind, halten sie sich meistens lieber draußen auf. Ausreichender Windschutz ist aber sehr wichtig für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Pferde. Bei dauerndem Wind und Nässe kühlt jedes Pferd irgendwann aus, während trockene Kälte mit wenig oder ohne Wind sehr gut vertragen wird.

Sehen Sie sich auch die Reitmöglichkeiten genau an, die Sie haben. Ein Reitplatz, der ständig unter Wasser steht, ist natürlich nicht nutzbar. Wenn in der Halle der Hufschlag eher ein Graben ist, ist der Boden eindeutig schlecht gepflegt.  Auch tiefer Sandboden ist nicht unbedingt besonders günstig. Hier nehmen die Sehnen Ihres Pferdes leicht Schaden!

Private Haltergemeinschaften kosten oft weniger, als Pensionsbetriebe, dafür wird oft Mitarbeit erwartet. Das kann eine sehr gute Variante sein, wenn vorher genau geklärt wird, wer was macht. Wichtig ist dabei, dass Sie den Umfang dieser Mitarbeit und Ihr eigenes Engagement realistisch einschätzen.
Im Sommer ist es natürlich nicht so dramatisch, ein bisschen abzuäppeln. Im Winter, wenn der Boden matschig ist, ist das eine ganz andere Sache. Bei privaten Haltergemeinschaften ist besonders wichtig, dass sie alle beteiligten Personen kennen lernen. Wenn ein unzuverlässiger Mensch dazwischen ist, drückt das natürlich die Qualität des Stalls enorm.


Offenställe sind, wie oben erwähnt, häufig als private Haltergemeinschaften zu finden. Das kann eine Menge Vorteile haben, wenn Rechte und Pflichten der Einzelnen genau abgesprochen werden.
Wichtige Punkte bei Offenställen:
Es sollten möglichst wenig Wechsel vorkommen. Die Möglichkeit, ein Pferd mal in eine Box zu stellen, sollte gegeben sein. Die brauchen Sie, wenn Ihr Pferd krank ist und für die Anfangszeit für den Fall, dass die Integration sich schwierig gestaltet. In so einem Fall ist es vorteilhaft, das neue Pferd nachts in die Box zu stellen. Vorausgesetzt natürlich, es kann von dort auch die anderen Pferde sehen und Kontakt aufnehmen.
Ansonsten sind die gleichen Dinge wichtig, wie bei jedem anderen Stall.


Eine wichtige Frage ist auch, wie neue Pferde in dem Stall Ihrer Wahl in die Herde eingegliedert werden. Ein neues Pferd vom Hänger direkt in die Herde zu stellen, kann bei einer keinen Gruppe und einer übersichtlichen Weide gut gehen. Je größer die Herde ist, desto größer ist dann aber auch das Verletzungsrisiko. Wenn dann noch ein unübersichtliches Gelände mit schlecht sichtbaren Zäunen und Gräben dazu kommt, sollte die Integration doch etwas umsichtiger vorgenommen werden.
Ein neu angekommenes Pferd steht ja ohnehin erstmal unter Stress: es hat grad seine gesamte gewohnte Umgebung, seine kompletten gewohnten Sozialstrukturen verloren. Es musste unter Umständen auch körperlich etwas
leisten: längere Zeit auf dem Hänger stehen, ist durchaus anstrengend.
Manche Pferde sind beim Aussteigen schweißgebadet. Sinnvoll ist es, wenn das neue Herdenmitglied auf einem extra Stück steht, von dem aus es die zukünftigen Freunde sehen, und möglichst auch schon Kontakt aufnehmen kann.
Dabei ist zu beachten, dass das Extrastück nicht mitten auf der Weide ist, sondern lieber am Rand der Weide. So hat das neue Pferd die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen, oder sich zurück zu ziehen. Günstig wäre ein fester Zaun zwischen Weide und Extrastück. Wenn dazwischen nur Litze ist, sollte die untere Lage nicht zu tief sein, weil die Pferde sonst mit den Beinen darin hängen bleiben können, wenn sie z. B. nach vorne treten.
Wichtig ist in jedem Fall, dass man selbst, der/die StallbetreiberIn, oder die Offenstallgemeinschaft anfangs dabei bleibt!
Wie dann weiter verfahren wird, hängt von vielen Dingen ab: Wie viele Pferde stehen im neuen Zuhause? Sind die alle nett und freundlich, oder gibt es auch aggressive Tiere dabei? Wie lange lebt die Herde schon in der Konstellation zusammen?
Man kann das neue Pferd mit den alteingesessenen neuen Freunden einzeln bekannt machen, oder sich dabei nur auf den Herdenchef beschränken.
Möglichkeiten gibt es viele. Wichtig ist, dass die Sicherheit immer vor geht.

Grundsätzlich gilt für die Stallsuche, dass man leider immer Kompromisse machen muß. Bedenken Sie bei allen Kompromissen, dass diese nicht zu sehr zu Lasten des Pferdes gehen dürfen. Ihr Pferd wird Tag und Nacht in dem neuen Zuhause leben. Sie fahren immer wieder nach haus...
Wenn Sie Ihrem Pferd etwas Gutes tun wollen, sehen Sie sich auch ruhig in einem größeren Radius um. Vielleicht finden Sie ein großartiges neues Zuhause für Ihr Pferd, wenn Sie ein paar Minuten mehr Fahrtweg in kauf nehmen.
Bleiben Sie aber in jedem Fall ehrlich sich selbst gegenüber. Mit dauernden Umzügen tun Sie weder sich selbst, noch Ihrem Pferd einen Gefallen.

Und noch ein kleiner Tipp am Ende: Schließen Sie Verträge grundsätzlich schriftlich ab! Hier sollten alle Rechte und Pflichten von beiden Seiten fest gehalten werden! So vermeiden Sie spätere Streitigkeiten. Auch mündliche Verträge sind natürlich bindend. Es ist aber bei eventuellen Unklarheiten viel einfacher, sich auf Schriftliches zu beziehen.

Sicher habe ich hier nicht alle Punkte ausführlich erörtert, die für Sie wichtig sein könnten, aber vielleicht konnte ich Ihnen mit meinen Tipps ein bisschen helfen!
Sollten Sie weiter Fragen haben, sprechen Sie uns einfach an!

Viel Glück und Spaß mit Ihrem Pferd und dem sorgfältig ausgesuchten Stall!!





Weitergabe oder Kopie, auch nur in Auszügen, nur mit Genehmigung von Monika Eggers; 2008.

Ponyreitschule - Zum taenzelnden Pony - Monika Eggers
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